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Medizinischer Dienst für Hubschrauber
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Ziel der Einsatz Nachsorge Teams ( E.N.T. ) ist es, Einsatzkräfte nach oder während belastenden Situationen zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten bei Notfällen wieder einsetzen zu können,  sowie ihnen bei einer individuellen Bewältigung des Erlebten zu helfen.

 

Auskünfte erteilt Ihre zuständige Leitstelle.

Seit dem 15.Juli 2023 ist das Einsatznachsorgeteam [de] der Krisenintervention NRW unterstellt.

Ein Nachsorgeteam für Einsatzkräfte spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der physischen, psychischen und emotionalen Auswirkungen, denen Einsatzkräfte während ihrer Arbeit ausgesetzt sind.

 

Hier sind weitere Informationen und Fachkenntnisse zu diesem Thema:

  • Risikobewertung und Prävention: Nachsorgeteams für Einsatzkräfte führen eine Bewertung der potenziellen Risiken und Belastungen durch, denen die Einsatzkräfte ausgesetzt sein könnten. Auf Grundlage dieser Bewertung können präventive Maßnahmen ergriffen werden, um das Verletzungs-, psychische Belastungs- oder Traumatisierungsrisiko zu minimieren.

  • Traumabewältigung und PTSD: Einsatzkräfte sind oft Zeugen von traumatischen Ereignissen, die langfristige Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit haben können. Nachsorgeteams bieten spezialisierte Unterstützung bei der Bewältigung von Traumata und der Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD). Sie setzen evidenzbasierte Therapieansätze wie kognitive Verhaltenstherapie, EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) oder traumafokussierte Therapien ein.

  • Selbstfürsorge und Resilienz: Nachsorgeteams fördern die Bedeutung von Selbstfürsorge und Resilienz bei Einsatzkräften. Sie bieten Schulungen und Workshops zu Stressmanagement, Schlafhygiene, Ernährung und Entspannungstechniken an, um die Widerstandsfähigkeit der Einsatzkräfte zu stärken und Burnout vorzubeugen.

  • Peer-Support: Nachsorgeteams fördern Peer-Support-Programme, bei denen Einsatzkräfte innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft Unterstützung erhalten. Peer-Berater, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, bieten eine einzigartige Form des Verständnisses und können dazu beitragen, das Stigma im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit zu reduzieren.

  • Präsenz am Einsatzort: In einigen Fällen sind Nachsorgeteams unmittelbar nach einem einschneidenden Ereignis vor Ort, um Ersthilfe zu leisten und Einsatzkräfte direkt zu unterstützen. Sie bieten emotionale Unterstützung, ermutigen zu Debriefing-Sitzungen und bieten eine professionelle Einschätzung, ob eine weiterführende Behandlung erforderlich ist.

  • Langfristige Begleitung: Nachsorgeteams bieten auch langfristige Begleitung an, um sicherzustellen, dass die Einsatzkräfte kontinuierliche Unterstützung erhalten. Sie überwachen den Fortschritt, helfen bei der Bewältigung von Rückfällen und stellen sicher, dass die Einsatzkräfte über angemessene Ressourcen verfügen.

  • Critical Incident Stress Debriefing (CISD): Ein strukturiertes Gruppengespräch, bei dem die Einsatzkräfte die Möglichkeit haben, über das kritische Ereignis zu sprechen, ihre Reaktionen zu teilen und Informationen zu erhalten. CISD fördert die Verarbeitung von Emotionen, die Aufklärung über Stressreaktionen und das Gefühl der Zusammengehörigkeit innerhalb des Teams.

  • Psychoeducation: Nachsorgeteams bieten Schulungen und Workshops, um Einsatzkräfte über Stressreaktionen, Trauma und Bewältigungsstrategien zu informieren. Durch das Verständnis des Stressprozesses und die Bereitstellung von Informationen können Einsatzkräfte besser auf Belastungen reagieren und ihre psychische Gesundheit schützen.

  • Einzelgespräche: Nach Bedarf können individuelle Gespräche mit Einsatzkräften angeboten werden, um auf spezifische Bedürfnisse einzugehen. Diese Gespräche ermöglichen es den Einsatzkräften, ihre Erfahrungen und Gefühle in einem vertraulichen Umfeld zu teilen und individuelle Unterstützung zu erhalten.

  • Präventive Maßnahmen: CISM umfasst auch präventive Maßnahmen, um die Widerstandsfähigkeit von Einsatzkräften zu stärken und Stress vorzubeugen. Dazu gehören Schulungen zu Stressmanagement, Selbstfürsorge, Konfliktlösung und Kommunikationstechniken.

Die PSU der POLIZEI NRW

Polizeipsychologinnen und -psychologen in NRW spielen eine wichtige Rolle

bei der Unterstützung von Polizeibeschäftigten, die belastende Ereignisse

erleben. Ihr Tätigkeitsbereich ist vielfältig und erfordert psychosoziale

sowie fachlich-wissenschaftliche Kompetenzen.

Sie beraten und unterstützen Polizistinnen und Polizisten, die unter den Folgen

schwieriger Einsätze leiden, führen Gruppensupervisionen bei der Kriminalpolizei

durch und halten Vorträge zur Entstigmatisierung psychischer Belastungen.

Dadurch leisten sie Präventionsarbeit und bieten Hilfe für diejenigen, die anderen helfen.

Als Teil der Psychosozialen Unterstützung der Polizei NRW stehen sie allen Polizeibeschäftigten im Land bei Fragen zur Erhaltung und Wiederherstellung ihrer psychischen Gesundheit zur Seite. Ihre Aufgaben umfassen verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie präventive Arbeit zu psychosozialen Themen.

Die Polizeipsychologinnen und -psychologen sind die Ansprechpartner für die Polizei NRW. Sie unterstützen die Polizeibeschäftigten dabei, angemessen und gesund mit den Belastungen ihres Berufs umzugehen, um negative Auswirkungen zu verhindern. Sie bieten individuelle Beratung, Team- und Gruppenunterstützung sowie die Weiterentwicklung von Beratungskonzepten an. Zudem arbeiten sie eng mit anderen Hilfsdiensten wie der Polizeiseelsorge oder dem Polizeiärztlichen Dienst zusammen.

Die angebotene Unterstützung ist hauptsächlich präventiv ausgerichtet, und falls erforderlich, helfen die Polizeipsychologinnen und -psychologen den Betroffenen bei der Suche nach geeigneten medizinischen Anlaufstellen.

Die ZPSU

Die Zentralstelle Psychosoziale Unterstützung (ZPSU) beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei Nordrhein-Westfalen in Münster hat die übergeordnete Verantwortung für die Vernetzung, Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität der Psychosozialen Unterstützung (PSU) innerhalb der Polizei Nordrhein-Westfalen. Die ZPSU ist ein wesentlicher Bestandteil des PSU-Systems der Polizei. Eine ihrer Hauptaufgaben besteht darin, niedrigschwellige psychologische Beratung zu dienstbezogenen Themen, Fragestellungen oder Problemen anzubieten.

Die Mitarbeiter der ZPSU begleiten vertraulich Klienten entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse und erarbeiten gemeinsam Lösungsansätze. In der Aus- und Fortbildung unterstützen die psychologischen Fachkräfte mit ihrer praktischen und wissenschaftlichen Erfahrung in Seminaren und Weiterbildungen zu psychosozialen und psychologischen Themen.

Die Mitarbeit in der Psychosozialen Unterstützung bedeutet auch, einen Beitrag zur Entstigmatisierung von psychischen Belastungsfolgen und möglichen psychischen Erkrankungen zu leisten sowie das Bewusstsein aller Polizeibeschäftigten für psychosoziale und psychologische Themen zu schärfen.

Die RPSU

Um eine flächendeckende und leicht zugängliche Psychosoziale Unterstützung (PSU) in Nordrhein-Westfalen anbieten zu können, werden derzeit Regionalstellen Psychosoziale Unterstützung (RPSU) an verschiedenen Standorten in NRW eingerichtet.

Die Regionalstellen Psychosoziale Unterstützung (RPSU) werden zukünftig mit den sechs Kriminalhauptstellen in Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster verbunden sein. Die insgesamt 47 Kreispolizeibehörden sind den Kriminalhauptstellen zugeordnet, sodass die psychologischen Fachkräfte der RPSU für mehrere Polizeibehörden in der Region zuständig sind.

Die Aufgaben der Polizeipsychologinnen und -psychologen in den Regionalstellen sind vielfältig und umfassen neben der Hauptaufgabe, die Gesundheit der Beschäftigten direkt zu unterstützen, auch enge Abstimmung und Vernetzung mit der Zentralstelle sowie mit örtlichen Unterstützungskräften, die über spezifische Kenntnisse in der psychosozialen Notfallversorgung verfügen. Die Regionalstellen befinden sich in Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster.

Die Mitarbeiter der RPSU werden in die entsprechenden Behörden eingebunden und können daher spezifische Beratung zu psychosozialen und psychologischen Fragestellungen bieten und an der internen Fortbildung der Polizei teilnehmen. Die Beratungsangebote, wie Einzel-, Gruppen- und Teamsupervisionen, können dabei auf die unterschiedlichen Fachkenntnisse der psychologischen Fachkräfte ausgerichtet werden, wobei stets aktuelle wissenschaftliche und ethische Standards eingehalten werden.

Darüber hinaus arbeiten die Regionalstellen in Zusammenarbeit mit regionalen Gremien des Behördlichen Gesundheitsmanagements zusammen, um das gemeinsame Ziel der Gesunderhaltung aller Beschäftigten zu erreichen. Dadurch wird der Austausch zwischen verschiedenen internen und externen Unterstützungssystemen gefördert und die Vernetzung sowie Zusammenarbeit gestärkt.

 

Quelle: PSU - POLIZEI NRW

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